Übernahme und erste Ausbildungsfahrt

 
Am 14.03.2003 übernimmt der Skipper die "Hot Water" von der Firma Haumann. Leider kann Peter Menke das Boot nicht übergeben, da er im Vegesacker Hafen auf der BV 2 die Maschine reparieren mußte. Dieses dauert länger als geplant. Beim Start der Maschine wurde festgestellt, dass sie nicht rund läuft und ein paar Alarmsirenen nicht funktionieren.

 
 

 
Nach Reklamation des Motors kommt Andreas Bugel von Fa. Haumann und bringt die Maschine in Ordnung, während die Crew wartet und überlegt, ob sie die Bremer-Weserschleuse noch während der Öffnungszeit erreicht.

 
 
Mit zwei Stunden Verspätung geht die "Hot Water" auf den Törn in die Marina Oberweser, ihren Heimathafen. Bei erreichen der Weser wird der Fahrhebel auf 3000 rpm gestellt; leider nimmt die Maschine kein Gas an. Das Gemisch ist zu mager. Der Skipper ruft bei den Haumännern an und gibt durch, dass er in den Vegesacker Hafen läuft. Hier ist Peter, der noch an der BV 2 arbeitet. 

 
 
 
In einer Pause macht Peter sich über die Maschine der "Hot Water" her. Anschließend eine kurze Probefahrt auf der Weser, die Maschine läuft. Also Fortsetzung der Fahrt in den Heimathafen.

Ein Anruf in der Weserschleuse klärt, dass wir trotz fortgeschrittener Stunde noch Schleusen können. Somit erreichen wir um 22.00 Uhr den Heimathafen und legen das Boot an den Steg. 

Nun können die Fahrschüler morgen um 9.00 Uhr kommen, alles ist bereit für die erste Ausbildungsgruppe.


 
 
Bis sie so über das Wasser fliegen, wird noch einige Zeit vergehen. Aber die Grundlagen werden in der praktischen Ausbildung gelegt. Anlegen, Mann über Bord, kursgerechtes Aufstoppen uvm.

 
 
 
So beginnt der erste Ausbildungstag nach dem Werftaufenthalt für den Skipper sehr schön. 

 


 
Die "Hot Water" liegt friedlich in der aufgehenden Sonne. Das Wetter ist klar und kühl. 

Die ersten Schüler kommen um 9.00 Uhr. Also erst mal das Schiff auslauffertig machen. Um diese Jahreszeit gehört Eiskratzen und Heizung einschalten bevor die Fahrschüler eintreffen unbedingt dazu.

Dann mit den Fahrschülern der Auslaufchek. Und die Maschine wird gestartet. Leider hat sie sehr schlechte Kaltlaufeigenschaften. Wir lassen sie ordentlich warmlaufen und entscheiden uns, trotz der Schwierigkeiten, abzulegen. Doch die Hafeneinfahrt wird nicht passiert. Der Skipper kann die Verantwortung mit dieser stotternden Maschine in die Strömung zu fahren nicht übernehmen. Also 180 Grad kehrt und mit letzter Kraft wieder an den Anleger. Firma Haumann anrufen und einen Mechaniker ordern. 


 
 
 
 
Die Wartezeit auf den Mechaniker wird durch praktische Übungen überbrückt.

 
 

 
Anlegen der Rettungsweste und einen Sicherungsknoten dazu. Ups, das war eher ein chinesischer Seiltrick als ein Seemannsknoten. Aber unsere Geheimwaffe zeigt wie Frau das macht. Unsere Seglerin, die als einzigen Knoten den Palsteg nicht konnte, bevor sie zu uns kam. Originalton: "Den habe ich noch nie gekonnt und mich immer davor gedrückt". Doch nach dieser Schulung zeigte sie allen stolz, wie gut sie ihn nun beherrscht. Da wird ihre Segelcrew aber staunen!

 
 
Peter erscheint und geht sofort an die Arbeit. Er war zufällig in der Nähe und ist gleich mit seiner kleinen Tochter gekommen.

 
 
 
Seefahrt ist richtig aufregend, sogar schon ehe man den Hafen verlassen hat.

 
 

 
Da nutzen wir doch die Zeit noch um ein wenig zu peilen. Andreas macht es vor und zeigt wie einfach es ist. Petra greift zum Kompass und stellt fest, dies ist also ein Peilkompass. Also das kann ich auch, wenn ich den Peilstrich erst mal erkannt habe, weiss ich sofort "wie der Kompass peilt".

 
 
Jetzt kann es los gehen. Der Dampfer läuft ja tatsächlich!

Also für alle, die mit an Bord wollen: Wir laufen jetzt aus! 


 
 
Huch, was heißt hier "Mann über Bord an Steuerbord". Den holen wir doch gleich mal wieder raus, oder?
Sag ich doch ganz einfach, nur noch auffischen an Steuerbord!

 
 

 
Das kann ich auch. Nur nicht den "Mann" aus dem Auge verlieren. Wo ist mein Beobachter und der Aufnehmer? Alles klar zum Aufnehmen an Steuerbord!!! Klasse, ich hab nie dran gezweifelt, dass ich mir so einen Mann angel.

 
 
Nun übe ich doch noch mal das Anlegen.

 
 
Bin ich zufrieden? Glaube schon, immerhin wurde ich ja auch gelobt. Also gleich wieder ablegen und einen anderen ranlassen.

 
 
Durch die Verschiebungen sind die Probefahrten zur Ermittlung der optimalen Vergasereinstellungen noch nicht durchgeführt worden. Dadurch bedingt ist der Kraftstoffverbrauch immer noch sehr hoch. Momentan fließen bei einer Drehzahl von 3200 rpm im Schnitt 55 l Kraftstoff in der Stunde durch die Vergaser der „Hot Water“.

Der erste Seetest der „Hot Water“ ist durch den Skipper vom 17.- 23. April 2003 angesetzt. Er beginnt mit einer Nachtfahrt am 17. April, die in Bremerhaven endet. Im weiterem Verlauf der Route liegt die Inseln Spiekeroog und Langeoog sowie ein Abstecher zum Hafen von Dornum und - falls alles zufriedenstellend läuft - ein Törn zur Deutschlands einziger Hochsee-Insel Helgoland.

Die Einstellungsfahrten sind durch die Firma Haumann noch vor dem Seetest zugesagt worden. Weiterhin wird, um keine bösen Überraschungen zu erleben, nochmals eine Meisterabnahme durch die Firma Haumann am 11. April 2003 durchgeführt. Die „Hot Water“ wird wieder auf Herz und Nieren geprüft und die während der vergangenen Einsätze durch den Skipper festgestellten Schäden werden beseitigt. 

Diesen Aufwand betreiben wenige Schulen mit Ihren Flotten. Sicherheit hat halt einen großen Stellenwert bei uns!

 


 
 

Lesen Sie weiter:
 

 Die Vorgeschichte des Bootes

 Die Umrüstung zum Schulungsboot

 Bootstaufe und Stapellauf

 Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2002

 Werftaufenthalt 2002 / 2003

Übernahme und erste Ausbildungsfahrt

Meisterabnahme und erste Seeerprobung

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2003-I

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2003-II

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2004

Motorentest 2004

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2004-II

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2005