Auszug aus unserere Broschüre: Das richtige Boot von Anfang an
Als alle schon glaubten, die Antriebstechnik sei an ihre Leistungsrrenzen gestoßen, kam Volvo-Penta mit ihrem Duoprop auf den Markt. Hierbei befinden sich zwei gegenläufig drehende Propeller hintereinander auf einer Achse. Der erste Propeller dreht auf einer Hohlwelle, in der die Vollwelle mit dem zweiten Propeller steckt. Das innovative Prinzip beruht darauf, daß die vom erstem Propeller wirksame beschleunigte Wassersäule in den zweiten sozusagen maßgeschneidert hineinpaßt. Dadurch wird der vom Propellerstrom mitgegebene verlustreiche Drall in eine gerade gerichtete Strömung umgewandelt, was verstärkend auf den Propellerschub wirkt. Das bedeutet konkret in der Praxis: Weniger Spritverbrauch, höhere Spitzengeschwindigkeit und kein Radeffekt. Erinnern Sie sich noch an den Unterricht zum Radeffekt in der Fahrschule?
Falls nicht, schlagen Sie noch einmal in ihrem Lehrbuch nach.
Das Geheimnis der relativen Geschwindigkeit
Hier tauchen eine Menge von Fragen auf, mit denen ein Bootskäufer immer wieder konfrontiert wird.
Gibt es eine Möglichkeit zu beurteilen, ob ein Boot tatsächlich so schnell ist, wie sein Verkäufer behauptet? Wann gleitet das Boot einwandfrei? Wann läuft es wirtschaftlich?
Allein die relative Geschwindigkeit ist der Schlüssel zum Verständnis der Bootsform, Geschwindigkeit und Motorisierung. Nur sie macht einen Geschwindigkeitsvergleich von Booten unterschiedlicher Größe möglich. Ein Beispiel mag augenfällig illustrieren, dass uns nur die relative und nicht die absolute Geschwindigkeit interessiert.
Ein Boot mit einer CWL (Constructive Water Line) von 4 m, das 20 km/h läuft, würden wir als schnell empfinden. Eine Yacht mit einer CWL von 15 m mit 20 km/h dagegen erschiene uns ziemlich langsam. Dieser Eindruck trügt nicht. Nach der Formel für die relative Geschwindigkeit (Relative Geschwindigkeit R = Geschwindigkeit in km/h dividiert durch die Quadratwurzel der Wasserlinienlänge in Metern) sieht das Verhältnis nämlich so aus:
Streng genommen, müßte noch die Erdbeschleunigungskraft g in die Wurzel hineingeschrieben werden. Beim Vergleich zweier Boote im selben Medium "Wasser" jedoch kann dieser Wert gleich "eins" gesetzt werden; somit wird der Ausdruck R dimensionslos.
Ist nun die CWL 4m und zieht man daraus die Wurzel, so ergibt sich der Wert 2; damit erhält man folglich: 20 / 2 = 10
Für eine CWL von 15m folgt analog dazu:
20 / 3,87 = 5,2
Die absolute Geschwindigkeit ist mit 20 km/h
völlig identisch. Das kleine 4 m Boot hingegen
ist mit R = 10 relativ doppelt so schnell wie die
große Yacht mit R = 5,2.R = 4,5 ist die theoretische Rumpf- oder Grenzgeschwindigkeit, die Verdränger normalerweise nicht überschreiten können. Die Wellenlänge entspricht dabei genau der Wasserlinienlänge des jeweiligen Schiffes.
Um das Bild besser zu verstehen -
stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Auto
und fahren durch die Berge. Erstmal
müssen Sie den Berg erklimmen, wozu
mehr Motorleistung erforderlich ist.
Um die Geschwindigkeit aus der
Ebene zu halten, müssen Sie beim
Bergauffahren mehr Gas geben. Haben
Sie erst einmal die Hochebene erreicht,
dann können Sie das Gas wieder
zurücknehmen. Bei einem Boot
funktioniert das Prinzip ähnlich.
Es verdrängt bis zur relativen Geschwindigkeit von R = 4,5 das Wasser. Ab R = 4,5 erklimmt es den Wasserberg der bei R = 5,5 endet. Je schneller das Boot wird, um so höher klettert es auf den Berg, bis es auf der anderen Seite wieder den Berg herunterfährt. Ab R = 6 fahren Sie im Prinzip wieder bergab. Dadurch sparen Sie Motorleistung, sprich Kraftstoff.