Das AIS-System an Bord der Hot Water
Easy AIS mit zwei-Kanal-Technik
im Overlay-Verfahren auf der elektronischen Seekarte (VDO Map 7 Wi) dargestellt.
(Zumindest wenn wir VDO glauben dürfen, dann ist das System ab Juni einsatzbereit)
Wir haben zwar schon alle Komponenten des neuen Systemes an Bord und es sollte eigentlich auch schon fuktionieren. Doch leider ist es VDO noch nicht gelungen ein NMEA-Protokol (RDM)l, zu liefern. Gegenwärtig gibt es nur eine Testversion davon, die noch nicht für den Endkunden zugänglich ist. Sobald es auslieferungsfähig ist, werden wir das Erste erhalten. Somit sind wir dann das erste Sportboot weltweit, das über dieses neue System verfügt, das zumindest laut Aussage von VDO schon seit der Boot in Düsseldorf funktionsfähig sein sollte. Nun ist es uns für Ende Mai zugesagt...
Automatic Identification System (Automatisches Identifikationssystem AIS) AIS - Kurzüberblick
Umfangreiche Investitionen haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Verkehrssicherungssysteme in den Küstenrevieren Deutschlands zu den modernsten auf der Welt gehören. Die Einführung der AIS-Technologie durch die International Maritime Organisation(IMO) in der Seeschifffahrt wird einen weiteren Zugewinn an verfügbaren Verkehrsinformationen und damit auch an Sicherheit für die Schifffahrt bedeuten.
In der Berufsschiffahrt ist es seit Januar 2005 Pflicht, mit einem AIS-System ausgerüstet zu sein. Den Schiffen und den Verkehrsleitzentralen ist damit eine bessere, lückenlose Überwachung des Verkehrs möglich. Der Schiffsverkehr wird öffentlich. Ein transparentes System, um in Zukunft Schiffsunfälle und Kollisionen in küstennahen Seegebieten und engen Revieren zu vermeiden.
Funktionsweisae von AIS
AIS steht für Automatisches Schiffs-IdentifizierungsSystem (Automatic Identification System). Mit AIS identifizieren sich Schiffe und geben relevante statische, reisebezogene und dynamische Daten für Andere eindeutig bekannt. Die statischen Daten geben Auskunft beispielsweise über:
den Schiffsnamen
das Internationale Funkrufzeichen
den Schiffstyp und
die Abmessungen des Schiffes
Diese Daten sind charakteristisch für das betreffende Schiff und ermöglichen seine Identifikation.Zu den reisebezogenen Daten gehören der
aktuelle Tiefgang
der Bestimmungshafen
das ETA (geplante Ankunftszeit)
sowie u.U. eine Angabe zur Ladungskategorie
Diese Daten sind zumindest für eine Reise feststehend und geben Auskunft über die aktuelle Mission des Schiffes.Die dynamischen Daten sind für die Kollisionsverhütung mit anderen Schiffen von besonderer Bedeutung. Zu diesen Daten zählen:
genaue Angaben über die Position des Schiffes
seine Geschwindigkeit und
sein Kurs über Grund
die exakte Vorausrichtung oder auch
das momentane Drehverhalten des Schiffes
Die AIS-Signale werden auf zwei UKW-Kanälen mit den Frequenzen 161,975 MHz und 162,025 MHz als Datentelegramme gesendet. Somit ist unter durchschnittlichen Bedingungen mit 15 bis 20 sm Reichweite zu rechnen.
Eine der Besonderheiten der AIS-Technologie gegenüber anderen Funkdiensten ist die automatische Organisation des Zusammenspiels von mehreren AIS-Geräten auf einer Funkfrequenz, ohne dass gegenseitige Beeinträchtigungen auftreten.Dies wird erreicht durch das SOTDMA Übertragungsverfahren („Self Organising Time Divison Multiple Access“).
Die Daten werden innerhalb eines oder mehrerer für das AIS-Gerät reservierten Zeitschlitze auf den zwei Funkkanälen übertragen. Jedes AIS-Gerät erstellt hierfür seinen eigenen Übertragungszeitplan, basierend auf dem von ihm beobachteten, vergangenen Datenverkehr und der Kenntnis von zukünftigen Aktionen anderer AIS-Geräte innerhalb der Funkreichweite. Hierbei werden die für die eigene Übertragung benötigten Zeitschlitze belegt. Die gesendeten Datenpakete werden von allen ebenfalls mit einem derartigen Gerät ausgerüsteten Fahrzeugen innerhalb der Funkreichweite empfangen, so dass alle oben genannten Daten übertragen werden können. Die dynamischen Schiffsdaten werden dabei sehr häufig übertragen im Vergleich zu den statischen und reisebezogenen Daten, die nur in Minutenintervallen ausgesandt werden.
Die Intervalle, in denen ein Schiff die Daten sendet, hängen von der eigenen Geschwindigkeit ab. Je langsamer sich das Schiff bewegt, desto länger sind die Sendeintervalle (max. alle 3 Min). Sehr schnelle Schiffe (neue Containerschiffe oder Katamarane) senden ihre AIS Daten im Schnitt alle 2 Sekunden.
Befindet sich ein Schiff beispielsweise vor Anker, sendet es nur alle drei Minuten einen Report, ist es in Fahrt und ändert gleichzeitig den Kurs, sendet es in Zwei-Sekundenabständen.
Durch entsprechende Software oder Endgeräte werden die Daten, ähnlich einem Radarbild, grafisch aufbereitet. Mit entsprechender Navigationssoftware wie z.B. dem professionellen Navigationsprogramm NaviCharT kann das Datenprotokoll eingelesen und in der elektronischen Seekarte dargestellt werden. Neben dem eigenen Schiff erscheinen dann auch die Bewegungen der anderen Schiffe auf dem Bildschirm.
Der Vorteil dieses Bildes gegenüber dem Radar ist u.a. daß der Wachhabende Offizier die Kursveränderungen der Schiffe durch die Angabe des Zielhafens besser 'vorhersehen' kann.Er kann zudem während des Revierfahrt auch die Schiffsbewegungen in Buchten oder hinter großen Hindernissen registrieren; das Radar ist in solchen Situationen nicht nützlich, da das Echo von z.B. einem Berg zurückgeworfen werden würde. AIS empfängt jedoch dennoch die Signale von Schiffen, welche im "Schatten" des Berges fahren.
Das AIS-System wird durch landseitige, stationäre Empfänger und Sender ergänzt. Sie leiten die Daten an Verkehrsleitzentralen und Küstenstationen weiter. In Zukunft können über diese stationären AIS-Sender Informationen wie Wetterdaten oder lokale Strömungsverhältnisse gesendet werden. Die Verkehrsleitzentralen können bei Bedarf in die Verkehrssituation lenkend eingreifen.
Auch für Sportschiffe ist die Ausstattung mit AIS-Empfängern interessant. Sie machen die Verkehrslage der Berufsschiffahrt transparent und öffentlich sichtbar. Insbesondere Nachts oder unter widrigen Bedingungen wie Nebel ist dies eine große Hilfe.
Zukünftig wäre an Sportboothäfen mit AIS-Sendern zu denken, die Informationen zu freien Liegeplätzen, Wasserstand usw. senden. Umständliche Manöver in engen Hafenbecken blieben dem Sportschiffer dann erspart.
Weitere Bordsysteme: